Von Aikaterini Niovi Triantafillaki
Warum sehen wir den Mond „blutrot“? Von den ersten Erklärungen bis heute.
Was ist der „rote Mond“ und worin unterscheidet er sich von einer totalen Mondfinsternis?
Blutrote bzw. rote Monde nährten über die Jahrhunderte viele Mythen, bevor sie wissenschaftlich erklärt wurden.
Für die Wikinger jagen zwei Wölfe, Sköll und Hati, Sonne und Mond, und eine Finsternis entsteht, wenn sie sie einholen. In Stämmen Westafrikas wurde menschliche Wut auf die Himmelskörper projiziert; die Finsternis ist das Ergebnis ihres Kampfes. Währenddessen sollten die Menschen Frieden schließen, damit auch zwischen Sonne und Mond wieder Frieden einkehrt. Für die Ägypter fraß ein Schwein den Mond eine Weile; bei den Maya war es ein Jaguar, und im alten China ein dreibeiniger Frosch – das „rote“ Mondlicht galt als Blut aus dieser Beinahe-Mahlzeit. Um zu verhindern, dass der Mond ganz gefressen wird, versuchten diese Kulturen, den Jäger mit Ritualen und Bräuchen zu vertreiben – denn wer weiß: Wenn er den Mond fräße, käme vielleicht als Nächstes die Erde dran!
Von den Mythen wechseln wir ins antike Griechenland, wo man die Kugelgestalt der Erde und die Bewegung der Himmelskörper richtig erkannte, während im alten China und in Kulturen Südamerikas Finsternisse aufgezeichnet wurden.
Und heute, im Hinblick auf den kommenden roten Mond im September, klären wir zunächst: Der „rote Mond“ ist eine totale Mondfinsternis – das ist die wissenschaftliche Definition des Phänomens!
Mondfinsternisse (über Sonnenfinsternisse sprechen wir später, siehe. 12. August 2026 wenn die Erde zwischen Sonne und Mond wandert und ihr Schatten auf den Mond fällt.
Es gibt zwei Arten von „Schatten“: den Halbschatten (Penumbra), der der teilweise beschattete äußere Bereich ist, und den Kernschatten (Umbra), der vollständig verdunkelte innere Bereich. Der erste lässt die Ränder etwas diffuser erscheinen, das zweite ist der dunkle Hauptteil. Befindet sich der Mond im Kernschatten der Erde, erscheint er uns rot.
Warum aber rot? Das hängt mit der Erdatmosphäre zusammen! Wenn Sonnenstrahlen in die Atmosphäre eintreten und darin gebeugt/gestreut werden, „überleben“ vor allem die roten Anteile. Die blauen Anteile werden stärker an Luftmolekülen gestreut, während die roten Wellenlängen leichter durchkommen. Außerdem gilt: Je wärmer die Luft bzw. je mehr Staub oder Wolken vorhanden sind, desto röter erscheint der Mond, denn erwärmte Luftmoleküle und Partikel begünstigen die wärmeren Farbtöne (deshalb sind z. B. Sonnenuntergänge wärmer als die Morgendämmerung – siehe hier).
Quellen:
1.https://science.howstuffworks.com/blood-moon.htm
2. https://en.wikipedia.org/wiki/Lunar_eclipse
3.https://nso.edu/for-public/eclipse-map-2026/
6.https://www.britannica.com/list/the-sun-was-eaten-6-ways-cultures-have-explained-eclipses